Money, money, money …
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00:00:00: Money, money, money.
00:00:01: It's a rich man world.
00:00:03: von Eva-Maria Welskopp-Defa.
00:00:06: Geld und Armut.
00:00:08: Kaum.
00:00:08: ein Thema ist älter wenn es ums Geld geht.
00:00:11: Geld hat den Charakter von Armut grundsätzlich verändert.
00:00:14: Mit der Erfindung des Geldes als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel ist Armut messbar und merklich geworden.
00:00:22: Geld hat dem Weg für wirtschaftlichen Fortschritt geebnet und gleichzeitig soziale Ungleichheit verfestigt.
00:00:29: Mit der Erfindung des Geldes ist Armut nicht länger nur der Mangel an Brot und Kleidung.
00:00:35: Sie steht für die ungenügende Verfügbarkeit des Tauschmittels, das über gesellschaftliche Teilhabe direkt und symbolisch entscheidet.
00:00:44: Besonders anschaulich wurde die Doppelfunktion des Gelds – wer Geld hat gilt als jemand bei den Manillen Offenen Armreifen aus Bronze, Kupfer oder Messing die in Westafrika bis ins zwanzigste Jahrhundert als Talungsmittel genutzt wurden.
00:01:00: Ebenso funktional wie demonstrativ-dekorativ waren sie im Begriff der zweifachen Geldmacht.
00:01:08: noch ist nicht abzusehen wie sich die Funktion des Geldes für die gesellschaftliche Statusbestimmung durch die immer permanenteren digitalen Ratings verändert.
00:01:17: Erst ansatzweise wird erkennbar, dass sich neue Formen der Statusarbeit etablieren die den Wettbewerb um entsprechende Positionen auf verschiedenen armreichs Skalen entgrenzen.
00:01:29: Mit neuen Gefahren auch kollektiver Burnouts In der Geldwirtschaft wird das Status zum Beispiel in Euro oder US-Dollar gemessen.
00:01:38: Geringes Geldeinkommen führt nicht nur dazu schlecht ernährt und gekleidet zu sein.
00:01:44: fehlendes Geld entscheidet Welt des reichen Mannes, auch darüber ob und wohin jemand Zugänge hat die sich über Geld eröffnen lassen.
00:01:55: Vor genau fünfzig Jahren besang ABBA den Mechanismus.
00:01:58: Sehnundhundertsechsundsiebzig-Siebenundsiesig eroberte Money Money Money fast gleichzeitig in neun Ländern weltweit Platz eins der Charts!
00:02:08: Mit Geld so der Song kann man beinahe alle Dinge machen von denen man träumt.
00:02:14: Denn am Ende Das ist Alltagserfahrung derer, die wenig und ebenso derer – die viel haben.
00:02:22: Ist dann doch fast alles käuflich!
00:02:24: Jeder Traum hat seinen Preis.
00:02:27: Wer viel Geld hat kann sich viele Träume erfüllen.
00:02:30: Sicherheit und Sex und Kind das alles lässt sich in der Richmans World gegen Geld erwerben.
00:02:37: Tatsächlich werden auch moralische Grenzen im globalen Markt der großen Reichtums Unterschiede mit Geld überwunden wie man an Prostitution und Menschenhandel, Leimutterschaften und modernen Söldner Armeen erkennen kann.
00:02:52: Für diejenigen hingegen, die kein Geld und keine reichen Eltern haben wird alles schwer erreichbar – sogar die Einladung zum Kindergeburtstag, obwohl sie überhaupt kein Geld kostet!
00:03:02: Aber sie ist mit gesellschaftlichen Erwartungen an Geschenke und Gegeneinladungen verbunden und diese sind ihrerseits eng an das Einkommen geknüpft….
00:03:13: Einkommensarmut und Teilhabemöglichkeiten.
00:03:17: Dem regelmäßig erscheinenden Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist es zu verdanken, dass das Wissen um die Exklusionserfahrungen von Menschen mit wenig Geld in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist.
00:03:32: Mit verschiedenen Instrumenten hat man Wege beschritten, um die Lebenswelt und Lebensperspektive von Menschen Zuletzt mit einer eigenen Studie, die einerseits auf eine breite Online-Befragung und andererseits auf Fokusgruppeninterviews setzte.
00:03:51: Deutlich wurde das die beteiligten Menschen mit Armutserfahrungen vor bedeutenden Herausforderungen bei der Alltagsbewältigung stehen.
00:04:00: Ihr Blick auf die Zukunft ist negativer als der aller anderen im Beteiligungsprozess erreichten Bürger.
00:04:07: Die Schere zwischen arm und reich, die Stabilität der Sozialsysteme und der gesellschaftliche Zusammenhalt bereiten ihnen deutlich größere Sorgen.
00:04:17: Es mag wenig überraschend sein dass Angebote, die unmittelbar mit Kosten verbunden sind von Menschen mit Armutserfahrung weniger genutzt werden können.
00:04:26: Mobilität bildet hierbei wie der Bericht deutlich bestätigt keine Ausnahme Und mit dieser Unerschwinglichkeit sind zusätzliche Teilhaber-Resigen verbunden.
00:04:38: Die Nutzung eines Autos setzt dessen Besitz und das Bestreiten der Betriebskosten voraus, die Nutzungen öffentliche Verkehrsmittel erfordert den Kauf von Fahrscheinen.
00:04:50: auch die Inanspruchnahme eines Fahrrades ist mit Kosten verbunden – und seien es nur die Anschaffungskosten!
00:04:57: Wer das Geld nicht aufbringen kann, ist darauf angewiesen zu Fuß zu gehen.
00:05:01: Das Resultat ist eine eingeschränkte Mobilität von Menschen mit Armutserfahrung – Nicht nur derer die krank sind und abgelegen wohnen.
00:05:11: Fifty-fünfzig Prozent der Menschen mit aktueller Armutserfahrung geben an, dass es für sie schwer ist, von einem Ort zum anderen zu kommen.
00:05:20: Ein deutlich höherer Wert als bei denjenigen ohne Armuzerfahrungen!
00:05:24: Der Teufelskreis ist offensichtlich Menschen mit Armutserfahrung sind stärker auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, sie sind stärkert durch ihre Kosten und Ausfälle betroffen.
00:05:35: Und sie erreichen diese eher schlechter als andere Einkommensgruppen.
00:05:40: Wer Teilhabechancen armutserfahrener Menschen verbessern will muss nicht nur über die Höhe des Existenzminimums nachdenken.
00:05:48: Es gilt, öffentliche Verkehrsmittel günstiger anzubieten und ihre Verfügbarkeit zu verbessern.
00:05:55: Damit das was Menschen mit viel Geld selbstverständlich zur Verfügung steht eine alltagstaugliche Mobilität auch armen Menschen nicht verwährt ist.
00:06:05: Einkommensarmut und Teilhabeunmöglichkeiten durch schlechte Verkehrsverbindungen verstärken sich gegenseitig.
00:06:12: Der Weg zum Arzt, zur Behörde, zur möglichen Arbeitsstelle – sie alle werden zeitaufwendig, unsicher, riskant, kostspielig
00:06:21: etc.,
00:06:22: und behindern sowohl die Verbesserung der Einkommenssituation als auch die Teilnahme am öffentlichen Leben.
00:06:31: Verfestigung der Armut eines schlechten Gesundheitszustandes und Einsamkeit sind die Folge.
00:06:38: Wenn jeder schenkt, haben alle mehr!
00:06:42: Für Menschen ohne Armutserfahrung sind die mittelbaren Folgen von Einkommensarmut oft nicht unmittelbar nachvollziehbar.
00:06:49: Ihre Rückkopplungsmechanismen und Bedrängnisse stellt der siebte Armuts-und Reichtumsbericht an verschiedenen Stellen anschaulich dar Auch auf die Frage, was Menschen besonders schmerzt.
00:07:02: Wenn sie sich in bestimmten Belangen einkommensbedingt einschränken müssen gibt der Bericht eine unerwartete Antwort.
00:07:10: Menschen im untersten Einkommensfünftel vermissen besonders schmärzlich frische Lebensmittel wenn Sie einkommen bedingt darauf verzichten müssen.
00:07:19: Auf Platz zwei liegt beim schmerzlichen einkommensbedingten Verzicht, noch vor der Unmöglichkeit die eigene Wohnung angemessen zu heizen, die Unfähigkeit andere im gewohnten Umfang beschenken zu können.
00:07:33: Was für eine Sehnsucht großzügig sein zu können!
00:07:37: Offenkundig ist für arme Menschen, denen nicht selbstverständlich alles Lebensnotwendige jederzeit verfügbar ist der Wert des Schenken und beschenkt Werdens als Ausdruck des Füreinandersorgens in ganz anderer Weise präsent als für diejenigen, die sich alle wünsche jederzeit selbst erfüllen können.
00:07:57: Und es kommt die schmerzliche Erfahrung hinzu Einladungen nicht annehmen zu können wenn ein Geburtstagsgeschenk nicht finanzierbar ist.
00:08:06: Wenn jeder schenkt, haben alle mehr.
00:08:08: Das ist die starke Botschaft gegen den Night, den der Populismus Trumpscher Prägung.
00:08:14: Dein Gewinn ist mein Verlust weltweit schürt.
00:08:18: Schenken zu wollen ist eine besondere Kulturkraft gegen Engherzigkeit und Sozialneid aller Art.
00:08:25: Wir brauchen die Erfahrung, dass die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht dazu führt das andere, die sie nicht benötigen sich benachteiligt fühlen müssten.
00:08:36: Die gesamte Gesellschaft profitiert wenn Teilen verbindet.
00:08:40: Problemlagen frühzeitig und präventiv zu bewältigen lindert Armut einzelner und ist ein Gewinn für die Gemeinschaft.
00:08:48: Die hohe Erwartung der Menschen mit Armutserfahrungen an die Stabilität des Sozialstaates bekräftigt seine Bedeutung.
00:08:57: In Zeiten multipler Krisen sind wir heute alle darauf angewiesen, dass unser Sozialstaat für alle – die Einzelnen in ihren spezifischen Notlagen nicht allein lässt!
00:09:08: Das Geld das durch die Kassen der Sozialversicherungen fließt schafft Sicherheit, die Freiheit schenkt In der Gewissheit, dass im Fall der Fälle die Unterstützung zu erwarten ist, die nötig ist um nach einem Schicksalsschlag aufstehen und neu beginnen zu können.
00:09:26: Über die Autorin Eva-Maria Welskopp-Defa geboren in Duisburg.
00:09:34: Diplomfolkswirtin Präsidentin des Deutschen Karitasverbandes Berlin.
00:09:40: Gelesen von Carolina Hofmeister Die politische Meinung Neutral geht gar nicht.