Jetzt dranbleiben!
Shownotes
Markus Schmidt-Ott analysiert neue Ansätze für die Altersvorsorge und die Herausforderungen des umlagefinanzierten Rentensystems. Der Beitrag zeigt, warum private und betriebliche Altersvorsorge sowie kapitalgedeckte Vorsorge künftig wichtiger werden.
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00:00:00: Jetzt dranbleiben!
00:00:02: Neue Ansätze bei der Altersvorsorge.
00:00:04: von Markus Schmid Ott Im Juni, für die Rendenkommission ihren Bericht an Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Baas.
00:00:16: Dreiundreißig Empfehlungen austariert zu einem Paket in dem jeder gleichermaßen einen Beitrag leistet.
00:00:22: Die Arbeitsministerinnen bezeichnete es als ein Gesamtkunstwerk.
00:00:27: Wenige Wochen später wurden einzelne Vorschläge wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach fünfundvierzig Beitragsjahren als ungerecht angezweifelt.
00:00:36: Die Debatte im Sommer zeigt ein Muster, was die Älteren belastet wird sofort in Frage gestellt.
00:00:42: Dass der jungen Generation eine nie dargewesene Beitragspelastung droht, wird dabei gern vergessen.
00:00:54: Die Wirtschaftsweisen erwarten in ihrem Frühjahrsgutachten forty-fünfundvierzig, vier Prozent im Jahr zwei-tausenddreißig und neunvierzzig, sieben Prozent bis zweitausendviertzig.
00:01:05: Von jedem verdienten Euro ginge dann fast die Hälfte an die Umlagesysteme – und zwar vor Steuern!
00:01:11: Nach Berechnungen der Wirtschaftsweisen liegt die durchschnittliche Belastung durch die Sozialbeiträge für den geburten Jahrgang neunzehntzig bei neunund dreißig, vier Prozent.
00:01:21: Für den Geburtsjahrgang-Zw-A-Two-Zig werden sechsundfünfzig, acht Prozent projiziert.
00:01:27: Insbesondere bei kleineren Einkommen bleibt schon heute kaum Spielraum zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat vorzusorgen.
00:01:35: Da das Rentenniveau langfristig sinken könnte sind die Betriebliche und die private Altersvorsorge heute wichtiger denn je.
00:01:42: Dafür brauchen die Bürgerinnen und Bürger jedoch auch finanzielle Spielräume.
00:01:48: Boom der kapitalgedeckten Absicherung.
00:01:51: Die private Vorsorge hat der Staat jahrzehntelang gefördert, aber wenig erreicht.
00:01:57: Die zwei-tausendfünf eingeführte Rürup-Rente blieb eher ein Nischenthema, die betriebliche Altersvorsorge verkümmerte.
00:02:25: Und doch gibt es in den letzten Jahren bei der privaten Altersversorgung einen Durchbruch – allerdings unabhängig von der Politik!
00:02:32: Die junge Generation eignete sich das Wissen über das Internet und die sozialen Medien selbst an und nutzte Sparpläne auf breitgestreute ETFs – Exchange Traded Funds an der Börse gehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Marktes wie etwa des Deutschen Aktienindex DAX nachbilden.
00:02:52: Diese Anlageart ist heute besonders niedrigschwellig zugänglich.
00:02:55: Bezogen auf das Jahr twenty-fünfundzwanzig zählte das Deutsche Aktieninstitut vierzehn Komma eins Millionen Menschen mit Aktien, Fonds oder ETF Besitz zwei Millionen mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor Jeder fünfte ab vierzehn Jahren investiert.
00:03:12: Die größte Anlegergruppe stellen seit dem Jahr zwanzig, die vierzehnt bis dreißigjährigen.
00:03:18: Entgegen aller Prophezeiungen – das sei nur ein kurzes von der Corona-Pandemie getriebenes Phänomen – blieb die Zahl der Aktionäre.
00:03:25: seit den Jungen wuchs sie weiter.
00:03:31: Die Politik hat die Chancen des Kapitalmarktes inzwischen erkannt.
00:03:35: Zunächst versuchte die gescheiterte Ampel-Regierung das Generationenkapital als Kapitaldeckung für die gesetzliche Rente auf den Weg zu bringen.
00:03:44: Auch ein erster Aufschlag für das Altersvorsorgedepot stammt von ihr.
00:03:49: Die amtierende Bundesregierung hat das Depot nun wieder aus der Schublade geholt.
00:03:54: Start ist am ersten Januar, twenty-sevenundzwanzig.
00:03:58: Erwartet wird dadurch einen Boom der kapitalgedeckten Altersversorgung.
00:04:02: Menschen, die noch nie Berührungspunkte mit dem Kapitalmarkt hatten werden diesen zum ersten Mal für ihre Altersvorsorge nutzen.
00:04:10: Frühstaatrente macht einen Unterschied und das ist nicht die einzige Maßnahme bei der die aktuelle Koalition auf den Kapitalmarkt setzt.
00:04:19: Die Rentenkommission empfiehlt nach schwedischem Vorbild künftig zwei Beitragspunkten individuell am Kapitalmarkt anzusparen statt sie umzulegen.
00:04:29: Mit der Frühstadrente erhält zudem jedes Schulkind ein eigenes Altersvorsorge-Depot, in das der Staat zehn Euro monatliche Einzelt.
00:04:38: Zunächst für den Geburtsjahrgang im Jahr zwei Tausendzehnte.
00:04:41: Zehn Euro Monat scheinen wenig zu sein – wenn man aber bedenkt dass sich am Kapitalmarkt jeder eingezahlte Euro über Sechzig Jahre versechtzig fachen kann wird daraus einen Kapitallstock, der im Ruhestand durchaus einen Unterschied macht.
00:04:56: Die Bundesregierung hat es damit geschafft, den wichtigsten Säulen der Altersvorsorge – der gesetzlichen wie der privaten – einen Neustart am Kapitalmarkt zu ermöglichen.
00:05:06: Diese Wende ist in manchen politischen Milieus jedoch nie angekommen.
00:05:09: Aktienvorsorge gilt dort weiterhin als Casino eine Prägung die bis zum Telekom Debakel der neunzenhundertneinziger Jahre zurück reicht.
00:05:18: Leicht lässt sich vorhersagen, dass beim nächsten globalen Börsencrash der neue Zugang zum Kapitalmarkt aus bestimmten politischen Richtungen für gescheitert erklärt werden wird.
00:05:28: Hoffen wir das die dann amtierende Regierung genug Weitblick hat dieser Kritik zu widerstehen.
00:05:34: Kontraproduktive Debatten Auch flammt in regelmäßigen Abständen die Debatte auf die Kapital- ertragssteuer durch die Einkommenssteuer zu ersetzen oder darauf Sozialbeiträge zu erheben.
00:05:46: Das wäre allerdings einen Schlag ins Gesicht für all die nicken, die aufgrund der jahrzehntelang gescheiterten Rentenpolitik die Altersvorsorge selbst in die Hand genommen haben.
00:05:55: Hinzu kommt die drohende Versuchung, die neue Kapitaldeckungen der gesetzlichen Rente in politisch gewollte Infrastrukturprojekte zu leiten.
00:06:03: Nimmt die Politik Einfluss darauf wie investiert wird, wird das Projekt scheitern!
00:06:08: So richtig Alters-Vorsorgedepot, Frühstaatrente und die Kapitaldeckungen sind Sie allein werden für eine auskömmliche Rente nicht reichen.
00:06:18: Je nach Lebenslage gehören zusätzlich noch eigene ETF-Ersparnisse, eine Betriebsrente oder eine Immobilie dazu.
00:06:25: Letztere bleibt allerdings für viele – auch für Gutverdiener – jenseits der finanziellen Möglichkeiten.
00:06:31: Deutschland ist mit einer Eigentumsquote von forty-two Prozent Schlusslicht in der Europäischen Union.
00:06:37: In Griechenland, Italien oder Spanien beträgt die Quote rund siebzig Prozent oder mehr wie das Kiel-Institut für Weltwirtschaft ermittelt hat.
00:06:45: In den Vermögenserhebungen der Notenbanken liegt das deutsche Medianvermögen zugleich weit hinter diesen Ländern.
00:06:52: Als Hauptursache gilt neben geringen Aktienquoten im Vermögen auch die niedrige Eigentumsquote.
00:06:59: Fünf Jahre Einkommen für den Hauskauf.
00:07:03: Wer nach Ursachen sucht schaut meist auf die monatliche Kreditbelastung von Eigentümerhaushalten.
00:07:08: Daran liegt es jedoch nicht, wie die Kieler Ökonomen nachgerechnet haben.
00:07:12: Die Kreditbelastung ist seit den Neunzehntetachzigerjahren fast unverändert – damals rund zwanzig, heute rund fünfundzwanzig Prozent des Haushaltseinkommens.
00:07:22: Stark erhöht hat sich durch die steigenden Immobilienpreise dagegen der Eigenkapitalbedarf.
00:07:27: Für eine Wohnung mussten Käufer in den neunzehnachzige Jahren etwa eins Komma sieben Jahres Einkommen mitbringen.
00:07:33: Heute sind das mehr als drei!
00:07:35: Beim Hauskauf stieg der Bedarf von drei Komma sechs auf zeitweise sieben Jahres Einkommen.
00:07:40: Aktuell sind es über fünf.
00:07:42: Millennials sparen im Schnitt fast vierzehn Jahre auf das nötige Eigenkapital, etwa doppelt so lange wie die Babyboomer.
00:07:49: Wer in der Großstadt wohnt schafft es oft nie.
00:07:53: Eigenkapitel ist damit die größte Hürde auf dem Weg zur eigenen Immobilie.
00:07:58: Aufschlussreich ist woher das Eigenkapitall bei Eigenheimkäufern kommt.
00:08:02: Der Anteil von Schenkungen und Erbschaften am Eigenkapital der Käufer stieg von einundzwanzig Prozent im Jahr Zwei-Tausend zwölf auf einunddreißig Prozent zwei-tausendeinundzwantzig.
00:08:12: Der Antteil aus eigener Ersparnis sank von rund fünfzig auf achtunddreizig Prozent.
00:08:17: Der Zugang zum Immobilienmarkt hängt immer weniger vom eigenen Einkommen ab, und immer mehr vom Elternhaus.
00:08:25: Auch das jüngste Reformpaket der Koalition setzt an der Kreditseite an.
00:08:29: Die zusätzlichen Kapitalprofer der Banken für Wohnimmobilienkredite, gedacht als Schub für den Neubau entfallen.
00:08:38: Das verbilligt Finanzierungen – am Eigenkapital des Käufers ändert sich aber nichts!
00:08:43: Die Kieler-Ökonomen warnen genau davor.
00:08:46: Wer nur die Kreditbelastung senkt hilft vor allem denenjenigen, die ohnehin Ersparnisse oder familiäre Hilfe haben.
00:08:54: Vermögensbildung Als zentrales Politikfeld Der Staat können durchaus dazu beitragen, dass der Eigenkapitalbedarf sinkt.
00:09:02: Denn einen guten Teil davon verursacht er selbst!
00:09:05: Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland bis zu sechs Komma fünf Prozent des Kaufpreises.
00:09:11: Sie könnte abgeschafft und dafür die Grundsteuer moderat erhöht werden.
00:09:15: Das entlastet junge Immobilienkäufer ist allerdings unpopulär.
00:09:18: bei Bestandseigentümern Ergänzen ließen sich Bürgschaften nach niederländischem Vorbild Ein staatlich abgesichert davor verbürgt Hypotheken.
00:09:27: Banken finanzieren auch Käufer mit wenig Eigenkapital.
00:09:31: Die Vermögensbildung der breiten gesellschaftlichen Mitte sollte wieder sehr viel stärker als eigenes Politikfeld entwickelt werden, wer die Abgabenlast der jungen Dämpft schafft Luft zum Sparen.
00:09:43: Wer mehr Kapitalmarktzugang ermöglicht und die Eigenkapitahürde für Immobilien senkt macht aus Menschen mit Einkommen Menschen mit Vermögen.
00:09:52: Dafür sollte die Politik die ältere wie die jüngere Generation bei Rente Eigentum und Vermögensaufbau gleichermaßen im Blick behalten.
00:10:02: Über den Autor.