„Mehr Bock auf Arbeit“
Shownotes
Steffen Kampeter beschreibt Arbeit als gemeinsamen Kern von Wohlstand, sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Zukunft. Sein Beitrag betont, dass Unternehmer und Beschäftigte keine Gegensätze seien, sondern gleichermaßen auf stabile Unternehmen, sichere Arbeitsplätze und steigende Produktivität angewiesen bleiben. Zugleich warnt er vor hohen Sozialabgaben, wachsender Bürokratie und einem aus seiner Sicht überdehnten Sozialstaat, die Arbeit verteuern und Investitionen erschweren. Seine zentrale Botschaft lautet: Deutschlands wirtschaftliche Stärke braucht wieder mehr Leistungsanreize, weniger Belastungen auf Arbeit und bessere Rahmenbedingungen für Innovation und Beschäftigung.
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00:00:00: Mehr Bock auf Arbeit.
00:00:03: Unternehmer und Arbeiter eint die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft von Stefan Kampeter.
00:00:12: Wenn über Wirtschaft gesprochen wird, geht es oft um Zahlen von Wachstum, Produktivität, Investitionen.
00:00:19: Doch dahinter stehen auch Millionen Beschäftigte Die jeden Tag in Werkhallen Büros- und Handwerksbetrieben ihre Arbeit nachgehen.
00:00:27: Aus Sicht der deutschen Arbeitgeber gilt daher ein einfacher Grundsatz Der Wohlstand dieses Landes ist mehr als abstrakte Statistik.
00:00:35: Wohlstand ist das Produkt gemeinsamer Leistung von Unternehmern und Mitarbeiterschaft.
00:00:41: Diese gemeinsame Verantwortung prägt die deutsche Wirtschaftsordnung seit Jahrzehnten – und es waren erfolgreiche Jahrzehnte!
00:00:49: Die soziale Marktwirtschaft ist ein wirtschaftspolitisches Konzept, und ein gesellschaftlicher Kompromiss zugleich.
00:00:56: Freiheit für Unternehmen?
00:00:57: Sicherheit für
00:00:58: Arbeiter?!
00:00:59: Und sie beinhaltet dass sich wirtschaftliche Dynamik und soziale Stabilität im Idealfall ergänzen.
00:01:07: Der geistige Vater der sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhard formulierte diesen Gedanken in einem Satz, der bis heute aktuell ist.
00:01:16: Je freier die Wirtschaft, desto sozialer isst sie auch!
00:01:21: Dieser Satz bringt es auf den Punkt.
00:01:24: Wohlstand entsteht nicht durch staatliche Planung sondern durch Initiative von Menschen, durch Arbeit-und Unternehmertum durch Innovation und Ambition.
00:01:38: Die Geschichte der Bundesrepublik ist auch eine Geschichte des Aufstiegs der Arbeiterschaft.
00:01:43: Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges begann ein beispielloser wirtschaftlicher Wiederaufbau.
00:01:49: Millionen Arbeiter in Fabriken, Bergwerken Bauunternehmen und Werkstätten tugen entscheidend dazu bei dass aus Trümmern eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt wurde Zwischen in der Mitte des Jahrhunderts und im Jahrhundertes Jahrhunde wuchs das reale Protoinlandsprodukt im Durchschnitt um rund acht Prozent pro Jahr.
00:02:11: Das Wirtschaftswunder von den ersten Jahren war genau genommen kein Wunder, es war das Ergebnis harter Arbeit, technischer Innovationen und eines funktionierenden Zusammenspieler von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
00:02:26: Arbeiter bauten Maschinen, Autos und Infrastruktur All die Produkte, die Made in Germany weltweit zu einem Qualitätssiegel werden ließen.
00:02:36: Gleichzeitig vollzog sich ein sozialer Aufstieg in einen bis dahin ungeahnten Ausmaß.
00:02:42: Reallöhne stiegen über Jahrzehnte der Zugang zur Bildung wurde breiter Eigentum wurde für viele Arbeiterfamilien möglich.
00:02:51: Zugleich verkürzte sich die Wochenarbeitszeit deutlich von achtundvierzig Stunden verteilt auf sechs Tage Auf heute tariflich meist, thirty-fünf bis vierzig Stunden verteilt auf fünf Tage.
00:03:07: Produktivitätsfortschritte wurden dadurch in Wohlstand und Freizeit übersetzt.
00:03:12: Die Bundesrepublik entwickelte eine leistungsfähige Mittelschicht.
00:03:16: Diese ging in Teilen aus der klassischen Arbeiterschaft hervor.
00:03:20: Dieser Aufstieg ist ein Kernstück der sozialen Marktwirtschaft.
00:03:24: Wer arbeitet kommt voran So lautete das Versprechen.
00:03:29: Eine zentrale Institution dieses Systems war und ist Sozialpartnerschaft.
00:03:35: Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften verhandeln Tarifverträge, streiten in der Sache – oft hart!
00:03:41: Aber sie verfolgen ein gemeinsames Ziel.
00:03:44: Wirtschaftlichen Erfolg und sichere Arbeitsplätze.
00:03:47: Dieses Modell hat Deutschland über Jahrzehnte Stabilität gegeben.
00:03:51: andere Länder litten unter politischen und sozialen Konflikten.
00:03:55: In Deutschland erkannten Arbeitgebern und Arbeitnehmer dass sie letztlich aufeinander angewiesen sind.
00:04:02: Unter dem Strich gilt ein einfacher Satz, Arbeit schafft Wohlstand.
00:04:08: Das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Unternehmen ist meist besser als es in den Debatten dargestellt wird.
00:04:14: In einer aktuellen Forsaumfrage äußerten sich laut Focus beispielsweise eighty-four Prozent der Beschäftigte zufrieden mit ihrer Arbeit während gleichzeitig ninety-two Prozent keine Angst vor einer Kündigung haben.
00:04:28: All das zeigt In vielen Betrieben gelingen Kooperation und ein gutes Miteinander.
00:04:34: Man strengt sich an für ein gemeinsames Ziel.
00:04:37: Hört man allerdings Teilen der Gewerkschaften, und den Parteien links der Mitte zu sieht man einen Zerrbild das mit dem betrieblichen Realitäten nicht viel zu tun hat.
00:04:47: Fest steht aber Arbeit made in Germany ist gute Arbeit.
00:04:53: Aus Sicht der Arbeitgeber ist klar Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind hochqualifiziert leistungsbereit und innovativ.
00:05:02: Sie bedienen komplexe Maschinen, programmieren Produktionsanlagen, entwickeln neue Verfahren oder organisieren logistische Prozesse.
00:05:10: Auch unser Dienstleistungsektor entwickelt sich dynamisch.
00:05:14: Gerade die duale Ausbildung eine Besonderheit des deutschen Bildungssystems hat dazu beigetragen dass die Qualität unserer Facharbeiter außergewöhnlich hoch ist.
00:05:24: Fachkräfte bilden das Rückgrat vieler Branchen.
00:05:27: Deshalb gilt Wer über die Zukunft der Wirtschaft spricht, spricht immer auch über die zukunft der arbeit.
00:05:35: eine strafsteuer auf arbeit.
00:05:38: doch so erfolgreich dieses modell lange war in den vergangenen jahren ist einiges aus der balans geraten.
00:05:45: deutschland befindet sich wirtschaftlich in einer schwierigen phase.
00:05:48: gleichzeitig wächst der staatsapparat.
00:05:51: seit beginn der coronapandemie stagniert das land wirtschaftliche Investitionen gehen zurück und Unternehmen sehen sich zunehmend mit hohen Energiepreisen, Bürokratie- und komplexen Regulierungen konfrontiert.
00:06:04: Die Beschäftigten verschwenden zu viel wertvolle Arbeitszeit mit sinnloser Bürokratei – ohne diese Fußfesseln wären sie produktiver, effizienter, könnten näher am Kunden sein oder Innovationen vorantreiben.
00:06:18: Der Aufwand für Bürokration ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.
00:06:23: Sie kostet den deutschen Mittelstand mehr als sechzig Milliarden Euro pro Jahr.
00:06:28: Gleichzeitig steigt die Belastung von Arbeit durch Steuern und Sozialabgaben.
00:06:33: Die Summe der Sozialversicherungsbeiträge liegt inzwischen deutlich über der Vierzig-Prozent-Marke, vor allem getrieben durch die ständig steigenden Kosten in den Bereichen Gesundheit und Pflege.
00:06:44: Ökonomisch wird deutlich?
00:06:46: Die steigende Sozialabgate sind eine Strafsteuer auf Arbeit!
00:06:50: Die Produktion in Deutschland wird dadurch weniger attraktiv Konkreter?
00:06:55: Arbeitsplätze sind gefährdet.
00:06:57: Das ist ein massiver Standortnachteil.
00:07:00: Ausländische Investoren sehen Deutschland nicht mehr auf Platz eins ihrer Investitionsvorhaben.
00:07:06: Umso widersinniger ist es, dass Gewerkschaften oder Parteien links der Mitte ständig davon sprechen, das es einen massiven Sozialabbau gegeben habe.
00:07:15: Tatsache bleibt!
00:07:17: Aktuell werden etwa forty-one Prozent der staatlichen Gesamtausgaben in die sozialen Sicherungssysteme gepumpt.
00:07:24: Damit liegen wir auf dem ersten Platz in Europa.
00:07:28: Sorge um die Zukunft des Sozialstaates!
00:07:32: Diese Zahlen zeigen, der Sozialstaat über den Deutschland verfügt ist einer der größten der Welt.
00:07:38: Die Diagnose ist eindeutig – er ist zu groß, zu ineffizient und am Ende auch nicht fair weil er diejenigen überproportional begünstigt, die gar nicht oder wenig arbeiten.
00:07:51: Der Sozialstaat in der heutigen Form wird auch deshalb nicht mehr von allen akzeptiert, weil er zu teuer ist und die Probleme allzu offensichtlich sind.
00:08:00: Knapp zwei Drittel der Bürger in Deutschland halten den Sozialstaats laut einer Forsaumfrage in seiner heutigen form für nicht finanzierbar.
00:08:10: Die Arbeitgeber sorgen sich um die Zukunft des Sozialstaates – genauer?
00:08:15: Um seine langfristige Finanzierbarkeit!
00:08:18: Von Gewerkschaften kommt nur der Ruf nach mehr Schulden und höheren Steuern.
00:08:23: Wir wollen mit Blick auf die Demografie Veränderungen.
00:08:26: Nur wer den Sozialstaat reformiert, sorgt dafür dass wir auch in fünfzehn oder zwanzig Jahren ein funktionierendes System vorfinden.
00:08:34: Oder anders ausgedrückt Wer sich Reformen verweigert befördert mittelfristig den Kollaps des Sozialstattes.
00:08:43: Oft wird in politischen Debatten der Anschein erweckt dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer grundsätzlich auf entgegengesetzten Seiten stehen.
00:08:51: Das ist konstruiert, die Realität ist komplexer.
00:08:55: Beide Gruppen teilen viele Interessen – stabile Unternehmen, sichere Arbeitsplätze steigende Produktivität höhere Reallöhne und weniger Bürokratie.
00:09:06: Zugleich ist klar!
00:09:07: Viele Menschen machen sich Sorgen und die populistischen und extremistischen Parteien rechts- und links der Mitte profitieren davon.
00:09:15: Die Themen sind bekannt, steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Krisen und der rasante technologische Wandel.
00:09:25: All das sorgt für Verunsicherung!
00:09:27: Diese Sorgen müssen ernst genommen und von der politischen Mitte wirksam bearbeitet werden.
00:09:33: Ein Teil der politischem Debatte entfernt sich jedoch zunehmend von den realen Interessen vieler Arbeitnehmer – und vor allem viele Arbeiter.
00:09:42: Themen wie Identitätspolitik Degrowth, Migration, ideologisch übersteuerte Klimapolitik und symbolische Kulturkämpfe dominieren oft den Diskurs während wirtschaftliche Fragen wie Arbeitsplatzerhalt, Wachstum- und Wettbewerbsfähigkeit in den Hintergrund geraten.
00:10:01: Doch für viele Beschäftigte gilt eine einfache Priorität Es geht ihnen um Arbeit, Einkommen und wirtschaftlicher Stabilität.
00:10:09: Wie es Bill Clinton einst in einem Wahlkampf-Slogan formulierte It's the economy, stupid.
00:10:17: Ein Blick in die Geschichte zeigt das erfolgreiche Politik der Mitte und sogar links der Mitte auf wirtschaftlichen Realismus setzte.
00:10:26: Politiker wie Helmut Schmidt oder später Gerhard Schröder verfolgten eine pragmatische Linie Wirtschaftliche Stärke als Voraussetzung sozialer Sicherheit.
00:10:36: Die Weltwirtschaft befindet sich erneut in einer Phase tiefgreifender Transformation.
00:10:41: nach Mechanisierung Massenproduktionen und Automatisierung erleben wir derzeit die nächste industrielle Revolution, die Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
00:10:52: Diese Technologien werden Produktionsprozesse verändern, neue Geschäftsmodelle hervorbringen – auch Arbeitsplätze verändern!
00:11:00: Natürlich hat jede industriell revolution sowohl Gewinner als auch Verlierer hervorgebracht doch langfristig entstanden stets neue Arbeitsfelder, neue Branchen und eine höhere Produktivität.
00:11:13: Damit Deutschland von dieser Entwicklung profitiert, ist vor allem eines notwendig.
00:11:18: Wirtschaftliche Freiheit Investitionen und Innovationskraft Provokation für eine Wohlstandsdebatte.
00:11:27: Die populistischen Parteien am linken und rechten Rand versprechen oftmals einfache Lösungen meist in Form einer stärkeren Status.
00:11:36: Doch wirtschaftlicher Wohlstand entsteht nicht durch staatliche Kontrolle.
00:11:41: Unternehmen brauchen Planungssicherheit, wettbewerbsfähige Energiepreise eine leistungsfähige Infrastruktur und vor allem weniger Bürokratie.
00:11:51: Die Politik sollte sich stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, verlässliche und gute Rahmenbedingungen für Arbeit und Investitionen zu schaffen statt Unternehmen immer stärker zu regulieren.
00:12:03: oder um es noch einmal nach Ludwig Erhardt zu formulieren Freiheit in der Wirtschaft ist keine Bedrohung für soziale Sicherheit.
00:12:11: Sie ist ihre
00:12:12: Voraussetzung.".
00:12:13: Die Kernfrage für die kommenden Jahre lautet, welchen Beitrag kann Arbeit zum Erhalt von Wohlstand und sozialer Sicherheit leisten?
00:12:21: Es geht dabei auch um die ideelle und materielle Anerkennung der Arbeitsleistungen jedes Einzelnen!
00:12:28: Der Staat muss demjenigen, der Vollzeit arbeitet mehr Netto von seinem Protolohn lassen – das ist eine Frage des Respekts.
00:12:35: Fest steht aber auch Die Demografie stellt uns vor die Alternative, entweder Wohlstandsverlust in Kauf zu nehmen oder mehr zu arbeiten.
00:12:44: Das ist der Kern der Formulierung – wir brauchen mehr Bock auf Arbeit!
00:12:49: Es ist die Provokation für eine Wohlstandsdebatte.
00:12:53: Sie mit dem Vorwurf der Faulheit zur Framen zeigt, dass man die demographische Entwicklung ignorieren will.
00:12:59: Andere Nationen sind da bereits weiter.
00:13:02: In Dänemark verteidigen beispielsweise die Sozialdemokraten ein an die Lebenserwartung gekoppeltes Renteneintrittsalter.
00:13:10: Die Welt verändert sich schneller als je zuvor, Globalisierung, Digitalisierung, geopolitische Konflikte und demografischer Wandel stellen unsere Wirtschaft und Gesellschaft vor massive Herausforderungen.
00:13:23: Doch unser Land hat schon einmal gezeigt dass es große Herausforderungen meistern kann durch Zusammenarbeit Realismus und Vertrauen in die Leistungs- und Innovationsfähigkeit seiner Bevölkerung.
00:13:36: Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden die Politik nicht tendern, wenn sie entschlossen in diesem Sinne handelt.
00:13:45: Über den Autor Steffen Kampeter geboren in Minden parlamentarischer Staatssekretär außer Dienst Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgebersverbände gelesen von Philipp Aller Ein Audio-Podcast der Konrad Adenauer Stiftung.