Die Zentrumspartei, die CDU und die Arbeiter

Shownotes

Christopher Beckmann und Markus Lingen zeichnen die Entwicklung von der christlichen Arbeiterbewegung über das Zentrum bis zur CDA in der CDU nach. Sie zeigen, wie soziale Fragen, Mitbestimmung und Arbeitnehmerinteressen die Politik der Union nachhaltig geprägt haben. Historische Konflikte, wichtige Reformen und prägende Persönlichkeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Zugleich wird die anhaltende Bedeutung christlich-sozialer Politik für die Arbeitswelt von morgen sichtbar.

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Zentrumspartei, die CDU und die Arbeiter.

00:00:04: Zur Geschichte eines nicht nur harmonischen Verhältnisses von Christopher Beckmann und Markus Lingen Mit dem Wort Sozialismus gewinnen wir fünf Menschen und zwanzig laufen uns weg.

00:00:17: Dieser Ausspruch Konrad Adenauers, vom Juni nineteenhundert sechsundvierzig dokumentierte sein Bemühen die an vielen Orten spontan gegründete CDU auch kommunikativ als schichtenübergreifende christliche Volkspartei zu etablieren.

00:00:31: Mit dieser Position stand er in einem Spannungsverhältnis zum Mitgründern aus der christlichen Gewerkschaftsbewegung, Johannes Albas erachteten.

00:00:50: Nadenauer, der gleichermaßen den Versuch anderer Gründerkreise entgegentrat – die CDU dezidiert als konservative Rechtspartei zu etablieren – hatte ebenfalls das Ziel, den christlichen Arbeitern eine politische Heimat zu bieten und befürwortete die Bildung von Sozialausschüssen.

00:01:06: diese sollten jedoch keinesfalls eine Partei innerhalb der Parteibelten.

00:01:12: In ihnen sollte sich nach den Worten ihres Mitgründers in Betrieb und Gewerkschaft, Partei und im Volke ihre Aufgabe als christliche Arbeiter Angestellte und Beamte erfüllen.

00:01:28: Die Idee der Sozialausschüsse entstand aus der Tradition der christlichen Arbeiterbewegung.

00:01:34: In den Achtzehnhördreißiger Jahren begannen sich in Mitteleuropa die Folgen abzuzeichnen, die die Industrialisierung für die gesellschaftlichen Verhältnisse nach Sicht zog.

00:01:43: Die Zeitgenossen sahen sich mit einer bis dahin ungekannten Massenarmut konfrontiert, deren Ursache schon frühzeitig mit dem Aufkommen der Industrie in Beziehung gesetzt wurde – auch wenn sie nicht der einzige Grund dafür war.

00:01:56: Betroffen waren nicht nur die Industriearbeiter sondern auch die unteren Schichten der Handwerkerschaft und des Kleinbürgertums.

00:02:04: Die immer augenfälliger werdenden Probleme veranlassten nicht zuletzt Vertreter der katholischen Kirche und dess sich organisieren den politischen Katholizismus zur Auseinandersetzung mit der sozialen Frage.

00:02:16: Am Beginn standen in Deutschland prominente Vertretern wie der Mainzer Bischof, Wilhelm Emanuel von Kettler oder der Gesellenvater Adolf Kolping Die der Auffassung waren, die katastrophalen sozialen Verhältnisse seien darauf zurückzuführen, dass die Gesellschaft die christlichen Wertevorstellungen aufgegeben habe und allein den zyglosen Egoismus herrschen lasse.

00:02:38: Die soziale Frage sei daher vor allem eine religiöse.

00:02:42: Auf dem Düsseldorfer Katholikentag, eighteenhundertneunundsechzig wurde aber auch unmissverständlich festgestellt – die Arbeiter haben ein Recht zusammenzutreten!

00:02:52: Bischof Kettler schloss sich zu den Forderungen der Arbeiterbewegung nach Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzung und dem Verbot der Frauen- und Kinderarbeit an.

00:03:02: Und billigte auch den Streik als Mittel des Arbeitskampfes.

00:03:07: Damit hatte er den Weg für die Gründung katholischer Arbeitervereine geebnet – aus denen später die Engen mit der Zentrumspartei verbundenen christlichen Gewerkschaften hervorgehen.

00:03:17: Am zwanzigsten Mai Verband katholischer Industrieller und Arbeiterfreunde, kurz Arbeiterwohl genannt.

00:03:28: Erwandte sich der Wohlfahrtspflege, der Organisation, katholischer Arbeiter und der Sozialpolitik zu.

00:03:37: Marktwirtschaft ohne kapitalistische Auswüchse.

00:03:42: Bereits am neunzehnten März, die Zentrumsfraktion im Reichstag hatte den ersten sozialpolitischen Antrag gestellt.

00:03:50: Er beinhaltete eine Reihe von Forderungen, die auf eine Reform der Zustände im Rahmen der gegebenen Ordnung abzählten.

00:03:57: Etwa die Einführung der Sonntagsrohre, Maßnahmen zur Einschränkung der Gewerbefreiheit und Arbeitsschutzbestimmungen Arbeit Kapital- und Grundbesitz waren im Programm Der Zentrumspartei als gleichberechtigte Faktoren genannt, die in einer angemessene Beziehung zueinander zu bringen seien.

00:04:16: Dies war nicht nur eine deutliche Absage an jeden Klassenkampfgedanken und eine Grundsatzentscheidung für sozialpartnerschaftliche Konzeption.

00:04:25: Es bedeutete zugleich einer allgemeine Anerkennung des bestehenden Wirtschaftssystems, dessen kapitalistische Auswüchse allerdings nicht toleriert werden

00:04:33: sollten.".

00:04:35: Papst Leo XIII forderte in seiner Enzyklia Rerum Novarum vom fünfzehnten Mai, eine staatliche Sozialpolitik gemäß dem Prinzipien von Personalität, Subsidarität, Solidarität Ferner, familiengerechte Löhne, Versicherungen für Alter, Krankheit und Unfälle.

00:04:55: Und erklärte das Koalitionsrecht zum Naturrecht des Menschen.

00:05:00: Das Lehrschreiben gilt heute als Grunddokument der Soziallehre der Kirche Pius

00:05:05: XII.,

00:05:06: die sich zu einer eigenen theologischen Disziplin entwickelte.

00:05:11: Obwohl der deutsche Protestantismus dieser Epoche liberal bürgerlichen Charakter trug, wandten sich einiger seiner bedeutenden Repräsentanten ebenfalls der sozialen Frage zu.

00:05:22: Der preußische Hofprediger Adolf Stöcker griff im Programm seine achtundsiebzig gegründeten christlich-sozialen Arbeiterpartei aktuelle Fragen wie die fachgenossenschaftliche Organisation der Arbeiter den Arbeiterschutz und den Normalarbeitstag auf.

00:05:39: Ziel war, der Kirche und der Nation entfremdeten Arbeiter wieder für König-und Vaterland zurückzugewinnen.

00:05:46: Die protestantisch konservativen Sozialreformer scheiterten allerdings daran, dass ihre Predigt- und Seelsorge längst nicht mehr das evangelische Volk erreichten.

00:05:56: Dem politischen Katholizismus hingegen gelang es die katholischen Arbeiter weitgehend in sein Lager zu ziehen Ein Ergebnis des durch den Kulturkampf bewirkten schichtenübergreifenden konfessionellpolitischen Zusammenschlusses, aber auch Folge der sozialpolitischen Aufgeschlossenheit des Katholizismus.

00:06:14: Zugleich trug die Entwicklung zu einer ersten Relativierung des Konfessionsgesetzes bei.

00:06:20: Im Gewerkschaftsstreit von eleven setzte sich der Gedanke interkonfessioneller Zusammenarbeit der christlichen Arbeiterschaft gegenüber der Bildung rein katholischer Gewerksamkeit.

00:06:30: In den letzten Jahren akzeptierte Papst Pios der Zehnte den interkonfessionellen Charakter der christlichen Gewerkschaften, die zu diesem Zeitpunkt etwa dreihundertfünfzigtausend Mitglieder hatten.

00:06:43: Während der Weimarer Republik war mit Reisarbeitsminister Heinrich Brauns ein Vertreter des Arbeitnehmerflügels der Zentrumspartei Diensteltester-Minister, In seiner Amtszeit wurden mehr als einhundertzwanzig Gesetze sozialpolitischen Inhalts vom Reichstag verabschiedet und das spätere Sozialhilferecht der Bundesrepublik grundgelegt.

00:07:06: Brauns, andere christlich-soziale wie Adam Stegawald entwickelten das Konzept einer neuen Mittepartei auf interkonfessioneller Grundlage mit dem Hauptziel gegenüber dem Sozialismus mehrheitsfähig zu werden.

00:07:19: Sie fanden aber in der Zentrumspartei keine Mehrheit.

00:07:23: Das ist der Partei, dennoch gelangen bis nineteenhundertdreißig.

00:07:26: einen Großteil ihrer Wählerschaft zu halten war nicht zuletzt der Treue auch der Wähler aus der Arbeiterschaft zu verdanken.

00:07:33: Bekanntlich ist es und wars früher noch in stärkerem Maße ein Merkmal der CDU dass die von ihr vertretenen Interessen vor allem durch ihre Vereinigungen repräsentiert werden.

00:07:44: Als Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fungierten bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit die Sozialausschüsse der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft, CDA – die parallel zu den Gründungskernen der CDU entstanden.

00:07:59: Sie prägten deren Anfangs-und Aufbauphase mit und können geradezu als Archetypus der Vereinigungen ans Otto Kleinmann gelten.

00:08:08: Ihre gründer ehemalige christliche Gewerkschafter forderten eine gemeinwirtschaftliche Ordnung, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht.

00:08:17: Dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren

00:08:22: Friedenssichert.".

00:08:23: Bekannt ist bis heute das nicht selten Missverstandene – und in seiner Bedeutung bisweilen unterschätzte Alna-Programm vom dritten Februar nineteenhundertsehnundvierzig.

00:08:34: Es brachte aber die Grundüberzeugung zum Ausdruck, dass die Wirtschaft dem Menschen zu dienen habe … und nicht umgekehrt!

00:08:41: Arbeit sollte nicht nur als wahre oder bloßer Bruderwerb gelten, sondern auch als siddliche Leistung wie die christlich-sozialen Verfasser der Kölner Leitsetze es bereits im Juni nineteenhundertfünfundvierzig formuliert hatten.

00:08:53: Das erste Grundsatzprogramm der CDU, neunzehnhundert achtundsechzig auf dem Bundesparteitag in Ludwigshafen verabschiedet, sollte an diese Überzeugungen anknüpfen und Arbeit als Nicht nur Bruderverb, sondern eine Form der Selbstverwirklichung beschreiben.

00:09:09: Die Sozialausschüsse sollten auch dazu dienen, die Tatsache zu kompensieren, dass man nach dem Zweiten Weltkrieg zugunsten der neuen Einheitsgewerkschaft auf die Wiedergründung christlicher Gewerkschaften verzichtete.

00:09:21: Zudem betrachtete man eine starke Vertretung der Interessen der christlichen Arbeiterschaft als zwingende Voraussetzung für den angestrebten Volkspartei-Charakter der Union.

00:09:31: Trotz anfänglicher Vorbehalte akzeptierte man schließlich, dass von Alfred Müller-Armark entwickelte und von Ludwig Erhardt überzeugend propagierte Konzept der sozialen Marktwirtschaft – und half mit dieses durchzusetzen.

00:09:47: Der größte Sozialpraktiker der deutschen Geschichte Konrad Adenauer stand wie erwähnt zunächst den Sozialausschüssen und vor allem den von ihnen vertretenen Positionen skeptisch gegenüber.

00:10:00: Man vermochte sich aber zu einigen.

00:10:02: Während der spätere Kanzler sich mit dem Gedanken einer christlich-demokratischen Interessensvertretung der Arbeitnehmer absolut einverstanden erklärte, gestand Johannes Albers als Vorsitzender der in der CDA zusammengeschlossenen Sozialausschüsse zu das diese im Auftrag und als Teil der CDU agierten.

00:10:20: In der Ära Adenauer war es nicht zuletzt ihrer beständigen Einflussnahme zu verdanken dass eine Reihe wegweisender sozialpolitischer Entscheidungen getroffen wurde.

00:10:30: Dabei kam es, trotz vielfältiger Differenzen häufig zu Interessenskonvergenzen mit dem Kanzler.

00:10:37: Arten aus Vorstellungen deckten sich zwar mit Ludwig Erhatz Grundüberzeugung dass eine gute und darum erfolgreiche Wirtschaftspolitik die beste Sozialpolitik sei weil sie erst den Menschen ermögliche sich einen besseren Lebensstandard zu erarbeiten und zugleich dem Staat Spielräume für sozialpolitische Maßnahmen eröffne Dass im bundesdeutschen Wunderland Helmut Jena, der Jahre nineteenundfünfzig bis siebenundsechzig dieses Versprechen unter den Rahmenbedingungen einer guten – wo nötig ausgleichenden Wirtschafts- und Sozialpolitik durch persönlichen Fleiß und Einsatzbereitschaft einen höheren Lebenstandard erreichen zu können für immer mehr Menschen in Erfüllung ging, führte die Union zahlreiche Wähler auch aus der Arbeiterschaft zu.

00:11:21: Zudem betrachtete Artenauer ökonomische Fragen aber stärker auch aus politischer Perspektive und war daher bisweilen bereit, eine aktivere Sozial- und Wirtschaftspolitik zu betreiben als es das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ursprünglich vorgesehen hatte.

00:11:37: Für ihn galt das Primat des Politischen auch in der Sozial-und Wirtschaftspoletik – zudem vertrat der Alte einen sozial erweiterten Freiheits- und Demokratiebegriff.

00:11:49: Er erklärte er gegenüber britischen Gesprächspartnern Freiheit, auch verstanden als die Freiheit von Hunger und Not.

00:11:58: Die Freiheit zu persönlicher wirtschaftliche Entfaltung sei eines der wesentlichen Ziele unserer Demokratie.

00:12:07: Zu den politischen Errungenschaften dieser Zeit zählten etwa die Gesetze zum Wohnungsbau zur montan mitbestimmung und Betriebsverfassung – zum Kündigungs- und Mutterschutz sowie die Einführung der dynamischen Rente.

00:12:20: Albers bezeichnete Adenauer daher als dem bis dahin größten Sozialpraktiker der deutschen Geschichte.

00:12:27: Die Bedeutung der CDA, als Vertreterin von Arbeitnehmerinteressen in der CDU, zeigte sich auch darin dass das Arbeits- und Sozialministerium im Bund und in fast allen Ländern sofern von der Union geführt mit einer Persönlichkeit aus der CDR besetzt wurde.

00:12:43: In der Reihe ihrer Vorsitzenden finden sich neben Albers politische Schwergewichte wie Jakob Kaiser Karl Arnoldt Hans Katzer, Norbert Blüm und Karl-Josef Laumann.

00:12:54: Oftmals setzte die CDA die eigene Partei unter Druck – und war bemüht zu starken liberalen oder konservativen Tendenzen innerparteilich entgegenzuwirken.

00:13:04: Unter der Führung Hans Katzers in den letzten Jahren entwickelten sich die Sozialausschüsse programmatisch weiter.

00:13:13: Nach Katzers Auffassung sollte man die Arbeit nicht mehr auf die Sozialpolitik beschränken.

00:13:18: Vielmehr gelte es den Zusammenhang von Wirtschafts-, Finanz- und Gesellschaftspolitik zu erkennen.

00:13:23: Die Initiative einer Art Grundsatzprogramm der CDA zur Erarbeiten ging vom späteren langjährigen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm aus, der seinerzeit gesellschaftspolitischer Referent der Sozialausschüsse und rechte Hand von Katz aber.

00:13:37: Die Offenburger Erklärung vom neunten Juli.

00:13:40: nineteenundsechzig hatte eine doppelte Funktion Sie war ein Beitrag zum Aktionsprogramm der CDU und gab die Auffassung von der künftigen Generation der Gesellschaft und des Staates wieder.

00:14:11: Freiheit, Gerechtigkeit, soziale Sicherung zu verwirklichen sein.

00:14:17: Diese Ziele stehen unter den Leitsätzen – Bildung ist Voraussetzung des Fortschritts, Solidarität schafft Sicherheit und Gerechtigkeiten bleibt Aufgabe.

00:14:29: Aus Differenzierung der Arbeitnehmerschaft Katze von neunzigundsechs bis neunundsechzig.

00:14:35: auch Bundesminister für Arbeit- und Sozialordnung war in dieser Zeit für die Formulierung des Arbeitsförderungsgesetzes und für die gesetzliche Festschreibung der Lohnvorzahlungen im Krankheitsfall verantwortlich.

00:14:48: Unter Norbert Blüm, seinem Nachfolger im Amt des CDA-Vorsitzenden, war er unter anderem Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub und die Anrechnung von Erziehlungszeiten bei der Rente eingeführt – ebenso die Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung.

00:15:11: Bei letzt genanntem Gesetzesvorhaben war der spätere langjährige CDA-Vorsitzende, ZWV bis ZWIV und Nordrhein-Westfälische Gesundheitsminister Karl Josef Laumann Berichterstatter im zuständigen Bundestagsausschuss.

00:15:26: Während der gesamten Kanzlerschaft Helmut Colz – der anknüpfend an Ludwig Erhardt in einer seiner ersten Regierungserklärungen betont hatte das Gewinne erwirtschaftet werden müssten um Investitionen und Sozialleistungen finanzieren zu können verfort Blüm gegen Vielfache auch innerparteiliche Widerstände seine Überzeugung, dass die Sozialpolitik ein entscheidender Angepunkt der freiheitlich-demokratischen Ordnung der Bundesrepublik sei.

00:15:51: Wolf Schönboom analysierte neunundsiebzig angesichts der augenfälligen Wandlungen der Arbeitswelt und der Ausdifferenzierung der Arbeitnehmer schafft die CDA und stellte zutreffend fest das unter dem umfassenden Begriff Arbeitnehmer schafft mittlerweile alle diejenigen verstanden würden, die als abhängig Beschäftigte tätig seien.

00:16:13: Dies umfasse sowohl den Hilfsarbeiter, den hochqualifizierten Facharbeiter oder den leitenden Angestellten in der Industrie als auch die breite Palette der Angestelten und Beamten des unteren mittleren und höheren Dienstes einschließlich der Lehrer und der an Hochschulen hauptamtlich Beschäftigten.

00:16:31: Die Zielgruppe der CDA sei also immer diffuser geworden, was im Prinzip alle Arbeitnehmerorganisationen betreffe.

00:16:38: Die Interessensdivergenzen seien darum oftmals größer als die Interessenz über Einstimmungen.

00:16:44: Die CDA sah sich daher vor die Aufgabe gestellt den unterschiedlichen Gruppen von Arbeitnehmern ein programmatisches Angebot zu machen.

00:16:51: Dementsprechend wird einerseits schon seit längerer Zeit befürwortet und praktiziert, dass die CDA alle diejenigen in ihre Reihen aufnimmt, die sich an christlich-sozialen Grundsätzen orientieren.

00:17:03: Und nicht so sehr auf ihren Berufsstand achten soll.

00:17:06: Dennoch sind die Mitgliederzahlen seit langem rückläufig.

00:17:10: Ebenso ist der innerparteiliche Einfluss der CDA, die bereits in den neunzehntiebziger Jahren als einflussreichste Vereinigung der CDU von der Jungen Union abgelöst wurde gesunken.

00:17:20: Andererseits lagen die Unionsparteien bei der letzten Bundestagswahl, bei den Angestellten und Beamten deutlich vor den anderen Parteien.

00:17:28: Vielen allerdings ausgerechnet bei den Arbeitern hinter die AfD zurück.

00:17:33: Insofern besteht die selbstgestellte Aufgabe der CDR fort im Bereich der Arbeitnehmerschaft, die Interessen der Arbeitnehmer aufzuspüren und deren spezifische Probleme zu artikulieren – sie in die CDU hineinzutragen in der innerparteilichen Willensbildung wirksam zum Ausdruck zu bringen.

00:17:54: Angesichts der rasanten Veränderungen der Arbeitswelt, vor allem des rapiden Einsatzes von künstlicher Intelligenz steht möglicherweise eine neue Revolution bevor die auch das Konzept der sozialen Marktwirtschaft für neue Herausforderung stellen wird.

00:18:08: Nimmt die CDA und mit ihr die CDU insgesamt, die Herausforderungen an weiterhin die Interessen und Probleme von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu identifizieren.

00:18:17: Und ebenso innerparteilich wie gesamtgesellschaftlich zu vertreten, dann könnte ihre Rolle von bleiben da – vielleicht sogar wieder von wachsender Bedeutung sein!

00:18:28: Über die Autoren Konrad-Adenauer Stiftung.

00:18:43: Markus Lingen geboren in Mönchengladbach, Theologe und Historiker Bibliotheker Wissenschaftliche Dienste Archiv für christlich-demokratische Politik Konrad Adenauer stiftungen.

00:18:56: Gelesen von Sören Hahn Die politische Meinung Neutral geht gar nicht.

00:19:07: Ein Audiopodcast der Konrad Adenauer Stiftungen.